6-3-5-Methode Wie Sie 108 Ideen in 30 Minuten sammeln
Bleistifte spitzen und loslegen: Mit der 6-3-5-Methode sammeln Sie in kurzer Zeit viele neue Ideen.

Bleistifte spitzen und loslegen: Mit der 6-3-5-Methode sammeln Sie in kurzer Zeit viele neue Ideen.© Marie Maerz / photocase.de

Ihr Brainstorming zieht sich wie Kaugummi? Die 6-3-5-Methode hilft, mit System Ideen zu sammeln - und lockt auch introvertierte Mitarbeiter aus der Reserve. So wenden Sie sie an.

„Wie kriegen wir die Leute bloß dazu, unser Premium-Produkt zu kaufen?“

„Wir brauchen ganz dringend Vorschläge, wie wir mit unseren Kunden auf Facebook besser interagieren können.“

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„Wie locken wir dieses Jahr mehr Besucher an unseren Messestand?“

Wer neue, kreative Lösungen für solche Probleme sucht, trommelt seine Mitarbeiter gern zu einem Brainstorming zusammen. Doch selbst wenn sich dabei alle an die Regeln halten, nicht vorschnell bewerten oder anderen ins Wort fallen, kann der Ideenfluss ins Stocken geraten. Vielleicht dominiert ein Teilnehmer das Meeting und schüchtert introvertierte Mitarbeiter ein? Oder Hierarchien innerhalb der Gruppe blockieren die Ideenfindung – etwa weil die Auszubildende sich nicht vor dem Chef blamieren will und lieber gar nichts sagt?

Die 6-3-5-Methode: Brainwriting mit System

Wenn ein klassisches Brainstorming nicht die gewünschten Ergebnisse liefert, bietet sich die 6-3-5-Methode als Alternative an. Diese Kreativitätstechnik ist eine besonders strukturierte Form des so genannten Brainwriting. Anders als beim Brainstorming werden die Ideen dabei nicht mündlich in der Gruppe gesammelt. Stattdessen schreibt jeder Teilnehmer seine Ideen allein auf. Bei der 6-3-5-Methode ist der Name Programm: 6 Teilnehmer sollen je 3 Lösungsvorschläge für ein Problem erarbeiten und bekommen dafür in jedem Durchgang 5 Minuten Zeit.

Das brauchen Sie

  • einen Moderator
  • sechs Teilnehmer
  • sechs Arbeitsblätter mit einer Tabelle, die aus jeweils drei Spalten mit sechs Zeilen besteht (Vorlagen für die 6-3-5-Methode können Sie zum Beispiel hier herunterladen)
  • sechs Stifte

So funktioniert die 6-3-5-Methode

  1. Der Moderator stellt das Problem vor und verteilt die Arbeitsblätter.
  2. Jeder Teilnehmer notiert in den obersten drei Kästchen seiner Tabelle drei Ideen zur Problemlösung.
  3. Nach fünf Minuten beendet der Moderator die erste Runde und jeder Teilnehmer gibt sein Arbeitsblatt im Uhrzeigersinn an seinen Nachbarn weiter.
  4. Jeder Teilnehmer greift nun die Ideen seines Vorgängers auf, ergänzt oder erweitert sie und notiert seine Ergebnisse in der nächsten Zeile darunter. Nach fünf Minuten werden die Blätter wieder weitergereicht.
  5. Nach fünf Runden, wenn jeder Teilnehmer jedes Arbeitsblatt einmal ergänzt hat, ist die Ideensammlung beendet.

Im Anschluss werden die gesammelten Ideen sortiert und zusammengefasst. Die Ideenbewertung kann dann mit der gesamten Gruppe oder in kleinerer Runde erfolgen.

Vorteile der 6-3-5-Methode

  • Viele Ideen in kurzer Zeit: Innerhalb von nur 30 Minuten können bis zu 108 Ideen gesammelt werden. Und selbst wenn einem der Teilnehmer irgendwann nichts mehr einfällt, ist die Ideenausbeute mit der 6-3-5-Methode oft immer noch höher als beim Einsatz anderer Kreativtechniken.
  • Keine Chance für vorschnelle Bewertungen: In der Tabelle ist kein Platz für Sätze wie „Das haben wir doch schon oft ausprobiert, das klappt nicht“, die in (schlecht moderierten) Brainstormings immer wieder fallen. Stattdessen müssen die Teilnehmer konstruktiv auf die Ideen der anderen reagieren.
  • Introvertierte Mitarbeiter werden besser eingebunden: Wer sich in großen Runden nicht gern in den Vordergrund drängt, dem fällt es vermutlich leichter, seine Ideen aufzuschreiben, statt sie laut zu äußern.
  • Hierarchien spielen keine Rolle: Auch niedriger gestellte Teilnehmer werden nicht eingeschüchtert und können sich in einem geschützten Rahmen äußern.
  • Die Gedanken sind frei: Die Teilnehmer werden dazu gezwungen, zunächst für sich zu denken, und lassen sich nicht von der Gruppenmeinung beeinflussen.

Nachteile der 6-3-5-Methode

  • Kein Platz für Fragen: Nicht jeder schafft es, seine Ideen innerhalb von fünf Minuten prägnant und verständlich zu Papier zu bringen. Bleibt etwas unklar, hat der nächste Teilnehmer keine Möglichkeit für Rückfragen.
  • Starre Strukturen: Während die Methode introvertierte Kollegen beflügeln kann, bremst sie die Kreativität anderer Teilnehmer eventuell aus.

Noch mehr Kreativtechniken

Eine weitere Strategie, um im Team neue Ideen zu entwickeln und anschließend zu bewerten, ist die Walt-Disney-Methode. Wollen Sie Ihre losen Ideen im Kopf allein sortieren, können Sie auch eine Mindmap erstellen.

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