Erfolgsstrategie Richard Branson schwört auf diese Selbstmanagement-Methode

Nein, das sind nicht Richard Bransons Bleistifte - aber seine sehen vermutlich auch so aus: Der Multimilliardär macht sich so viele Notizen, dass er jedes Jahr Dutzende Notizbücher vollschreibt.

Nein, das sind nicht Richard Bransons Bleistifte - aber seine sehen vermutlich auch so aus: Der Multimilliardär macht sich so viele Notizen, dass er jedes Jahr Dutzende Notizbücher vollschreibt.© Marie Maerz / photocase.de

Richard Branson bezeichnet es als „mein geheimer Lifehack“. Der Erfolgsunternehmer und Selfmade-Milliardär setzt auf eine simple Methode, um Ziele zu verfolgen und Ideen in die Tat umzusetzen.

„In vielen Meetings bin ich der einzige, der mit einem Stift Notizen macht“, schreibt Richard Branson in seinem Blog – zwischen diesen Zeilen schimmert eine gewisse Fassungslosigkeit über diese Tatsache durch. Denn für Branson ist eine Sache sonnenklar: Wer Erfolg haben will, muss schreiben. Sein mächtigstes Business-Tool: ein Notizbuch.

Der Seriengründer lässt keine Gelegenheit aus, die Vorteile des Schreibens zu preisen. „Egal wo ich bin oder was ich mache – vielleicht mit Ausnahme von Kitesurfen oder Schwimmen – ich habe immer ein Notizbuch zur Hand“, erzählt er. In einem anderen Blogbeitrag bezeichnet er Notizenmachen als „eine meiner Lieblingsbeschäftigungen“.

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Tatsächlich steht Bransons Vorliebe bei erfolgreichen Menschen in einer langen Tradition, wie der Blog „The Art of Manliness“ zeigt: Dort werden 20 berühmte Männer und ihre Notizbücher gezeigt – von John D. Rockefeller („Rockefellers Eifer für detaillierte Buchführung war legendär“) bis Ludwig van Beethoven („Er wurde selten ohne ein Notizbuch in der Hand oder Tasche gesehen“).

Schön und gut, aber für Sie ist das nichts, glauben Sie; denn Sie haben keinerlei schreiberisches Talent? Keine Sorge, Sie sollen sich schließlich nicht um den nächsten Literaturnobelpreis bewerben. Es geht auch nicht darum, möglichst schön, möglichst schnell oder möglichst viel zu schreiben. Sondern darum, von den folgenden fünf Vorteilen des Aufschreibens zu profitieren:

1. Notizen helfen, Ideen festzuhalten

„Egal wie groß, klein, einfach oder komplex eine Idee ist, schreib sie auf.“ So lautet Richard Bransons Rat. „Eine nicht notierte Idee ist eine verlorene Idee. Wenn die Inspiration ruft, musst du sie einfangen.“

Aus demselben Grund machte sich auch der griechische Reeder und Milliardär Aristoteles Onassis leidenschaftlich für das Schreiben stark. „Trag immer ein Notizbuch bei dir“, sagte er in einem Interview. „Wenn du etwas Interessantes hörst, schreib es auf. Wenn du es aufschreibst, wirst du entsprechend handeln. Wenn du es nicht aufschreibst, wirst du es vergessen. Das ist eine Million-Dollar-Lektion, die sie dir an der Business School nicht beibringen! “

Branson rät übrigens entschieden davon ab, die eigenen Ideen vor dem Aufschreiben allzu kritisch zu hinterfragen: „Ich schreibe jedes Jahr Dutzende Notizbücher voll“, erzählt er. „Einige der Ideen, die darin festgehalten sind, werden wahr und andere nicht – aber sie alle sind aufschreibenswert.“

2. Notizen helfen, Ziele zu erreichen

Branson nutzt sein Notizbuch auch, um Ziele im Blick zu behalten: „Um sicherzustellen, dass ich nicht nur alles erreiche, was erledigt werden muss, sondern auch alles, was ich tun will, mache ich Listen – viele davon.“

Dass die Methode funktioniert, legt auch eine amerikanische Studie nahe. Die Psychologin Gail Matthews forderte Probanden auf, vier Wochen lang ein selbst gewähltes Ziel zu verfolgen. Das Ergebnis: Von den Teilnehmern, die ihr Ziel nur mündlich formuliert hatten, erreichten nur 43 Prozent ihr Ziel. Diejenigen, die ihr Ziel schriftlich fixiert hatten, waren deutlich erfolgreicher: 60 Prozent schafften das, was sie sich vorgenommen hatten. Doch die höchste Erfolgsquote (76 Prozent) erreichten diejenigen, die nicht nur ihr Ziel aufschrieben, sondern auch notierten, wie sie an dieses Ziel gelangen wollen, und einen wöchentlichen Fortschrittsbericht an einen Freund schickten.

Notizen helfen, Gedanken loszulassen

Auch Produktivitätspapst David Allen, der Erfinder der Selbstmanagement-Methode „Getting Things Done“ (GTD), schwört auf das Aufschreiben – jedoch aus einem völlig anderen Grund: um Gedanken loszulassen. GTD beruht auf der Annahme, dass uns herumschwirrende Gedanken an anstehende Aufgaben von unserer eigentlichen Arbeit ablenken. „Die einfachste und allgegenwärtigste Art, Dinge aus deinem Kopf zu bekommen, sind Stift und Papier“, wird Allen in dem Buch „Die Rache des Analogen“ zitiert.

Notizen schärfen den Blick auf uns selbst

„Bei Glück geht es nicht ums Machen, sondern ums Sein. Vergiss die To-do-Liste nicht, aber denk daran, auch eine To-be-Liste zu schreiben“, so lautet Bransons Rat für ein glückliches Jahr 2018.  Er empfiehlt außerdem, jeden Tag drei Dinge aufzuschreiben, für die man dankbar sei.

Eine ähnliche Gewohnheit pflegt die Unternehmerin Vanessa Weber: Sie notiert am Abend eines jeden Tages drei Dinge, für die sie dankbar ist, drei Erfolge sowie ein Ziel für den kommenden Tag. Dieses Ritual schärfe ihren Blick auf sich selbst, erklärt sie: „Dinge, die ich sonst als selbstverständlich hingenommen hätte, werden mir viel bewusster. Ich nehme wahr, was ich erreicht habe und wie gut es mir geht.“  (Hier mehr dazu: Erfolge feiern: Dieses Ritual motiviert jeden Tag aufs Neue.)

Notizen helfen, Vereinbarungen einzuhalten

Auch im Gespräch mit Kunden schwört Branson auf detaillierte Notizen. Denn oft seien es „die kleinen Dinge, die einen großen Unterschied für Ihre Kunden ausmachen“, etwa am Rande fallengelassene Bemerkungen, hat er festgestellt. „Wenn Sie Dinge nicht aufschreiben, vergessen Sie sehr leicht, was gesagt wurde.“

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4 Kommentare
  • Gabriel Fehrenbach 22. August 2018 18:12

    Ja, schreiben ist wichtig und produktiv. Worauf es aber in Meetings in erster Linie drauf ankommt ist das zuhören. Wachsam beim anderen sein und dem, worüber er gerade nachdenkt und spricht. Und da stören Notizen. Denn sie signalisieren dem Gegenüber, „Ich höre Dir nicht zu“. Deshalb: notieren ja, aber in Pausen.

  • Jens Steenweg 13. August 2018 22:06

    Ohne das ich es wusste, ich trag meine Notizbücher auch überall hin oder hab diese verteilt an verschiedenen Orten im Haus liegen. Wer weiß was daraus noch wird!

  • Ingo Ullrich 11. August 2018 12:43

    mmmh…mir fällt dazu ein das er Legastheniker war/ist.

  • Dieter Mill 9. August 2018 07:44

    Zu Branson, obwohl viele Menschen „Kalendersprüche“ ablehnen:

    „Hinhören bedingt mitschreiben!“

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