Fachkräftemangel
Diese Berufe sind am stärksten betroffen

Sie finden keine geeigneten Bewerber für offene Stellen? Dann suchen Sie vielleicht Mitarbeiter mit einem Engpassberuf. Welche Berufe besonders von Fachkräftemangel betroffen sind.

Aktualisiert am 13. März 2023, 10:38 Uhr, von Angelika Unger

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Auch Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik gehört zu den Berufen, in denen Fachkräftemangel herrscht.
Auch Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik gehört zu den Berufen, in denen Fachkräftemangel herrscht.
© picture alliance / blickwinkel/McPHOTO

Ist Fachkräftemangel nur ein Märchen – oder gibt es ihn wirklich? Dieser Frage ist das Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW) nachgegangen. Für ihre Studie blickten die Forscher nicht in die Zukunft, sondern in die Vergangenheit: Sie analysierten, wie viele offene Stellen in einem Berufsfeld gemeldet waren und wie viele Arbeitslose dem gegenüberstanden.

Das Ergebnis ist alarmierend: In fast jedem sechsten Beruf in Deutschland fehlt es an Fachkräften. In 96 von 619 Berufen reichte die Zahl der registrierten Arbeitslosen nicht aus, um alle offenen Stellen zu besetzen.

Unter den betroffenen Berufen sind besonders viele männertypische Jobs im naturwissenschaftlich-technischen Bereich, etwa im Maschinenbau, in der Informatik oder in der Elektrotechnik. Fast alle frauentypischen Berufe mit besonders vielen unbesetzten Stellen gehören zum Berufsfeld Gesundheit, Soziales und Bildung. Diese 10 Berufe leiden am stärksten unter Fachkräftemangel:

Automatisierungstechnik

Das Tätigkeitsfeld des Automatisierungstechnikers sind komplexe rechnergesteuerte Industrieanlagen. Eine anspruchsvolle Tätigkeit mit Fachkräfteengpass: Statistisch gesehen kommen auf eine offene Stelle gerade einmal 0,57 arbeitslose Automatisierungstechniker.

Sanitär-, Heizungs-, Klimatechnik

Planen, installieren, warten, instandsetzen, das gehört zu den Aufgaben von Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnikern. Doch pro offener Stelle im Berufsfeld gibt es nur 0,53 Interessenten.

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Hörgeräteakustik

Hörgeräteakustiker ist angesichts des demografischen Wandels ein Job mit Zukunft – und trotzdem ein Engpassberuf: Einer offenen Stelle stehen 0,49 Interessenten gegenüber.

Elektrische Betriebstechnik

Auch im Berufsfeld Elektrische Betriebstechnik fehlen viele Fachkräfte. Mit einer Quote von 0,48 Arbeitslosen pro Stelle gibt es nicht mal für jeden zweiten Job einen geeigneten Interessenten.

Triebfahrzeugführung Eisenbahn

Lokführer ist ein Traumberuf für viele kleine Jungs. Doch unter den Erwachsenen gibt es nicht genug Triebfahrzeugführer, wie das Berufsbild offiziell heißt: Bei 0,46 Interessenten pro offener Stelle bleiben viele Jobs unbesetzt.

Bauelektrik

Bauelektrikerinnen sind Exotinnen – auf 99 Männer kommt gerade mal eine Frau. Das macht den Job zum Engpassberuf – mit 0,41 arbeitslosen Bauelektrikern pro offener Stelle.

Mechatronik

Auch bei den Mechatronikern haben Arbeitgeber Probleme, qualifiziertes Personal zu finden: Einer offenen Stelle stehen 0,4 Interessen gegenüber.

Altenpflege

Altenpflege gilt als belastend und schlecht bezahlt – kein Wunder, dass hier viele Stellen unbesetzt bleiben. Auch weil Männer den Beruf meiden: 85 Prozent der arbeitslosen Altenpfleger sind Frauen.

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Fachkrankenpflege

In der Fachkrankenpflege kämpft man mit denselben Problemen wie in der Altenpflege. Hier ist der Fachkräftemangel allerdings noch dramatischer: Jeder arbeitslose Fachkrankenpfleger hat die Wahl zwischen drei freien Stellen.

Kältetechnik

In keinem anderen Beruf fehlen mehr Fachkräfte als in der Kältetechnik. Für jede offene Stelle gibt es gerade mal 0,32 arbeitslos gemeldeten Kältetechniker. Der Frauenanteil von gerade mal einem Prozent zeigt viel ungenutztes Potenzial.

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