Fehler sind Sprossen zum Erfolg. Karl Popper, der Philosoph, hat es so formuliert: Versagen ist Erkenntnis, und das sehe ich genauso. Ich habe ständig Fehler gemacht und immer daraus gelernt. Einer, der mein Geschäftsmodell geprägt hat, war richtig teuer. Ich hatte mir blöderweise einen sogenannten Großen zum Vorbild genommen.
Mein erstes Kraftstudio hatte einen rohen Holzboden, eine zum Duschraum verwandelte Waschküche, Trinkwasser aus dem Hahn und viele Tonnen Eisen in Form von Hanteln. Die Fitnesswelle schwappte aus Amerika rüber, und 1970 hatte mein Studio einen kleinen Kundenstamm. Es lief eigentlich gut.
Dann kam die finanzstarke Konkurrenz. John Valentine, ein vornehmer Fitnessklub, bot alles, was das Herz angeblich begehrt: Sauna, Solarien, Sprudelbäder, Massage, Saftbar. Mir war bang. Ich dachte, ich müsse mitziehen, schmiss mein Konzept um, investierte mein ganzes Geld. Tatsächlich stieg mein Verkaufsumsatz, aber meine Kunden lagen nur noch herum in der Sauna, in den Solarien oder auf dem Massagetisch.
Und ich erkannte, dass ich falschlag. Ich reagierte schnell und eliminierte alles, was nicht unmittelbar dem Training diente. Ein Drittel der Kunden ging. Aber es kamen jene, die tatsächlich etwas tun wollten. Mein Konzept bewährte sich. John Valentine hielt sich eine Zeit lang mit seinem Luxusstudio, ging aber irgendwann pleite.
Aufgezeichnet von Christian Litz
© 1999 - 2010 impulse
Ihre Meinung
Versenden | Leserbrief | Druckversion | Zurück






















Diesen Artikel bookmarken bei...