5M von Doug Tatum
5 Wachstumsprobleme – und wie Unternehmen sie lösen

Den Markt im Blick behalten, die richtigen Leute einstellen, ein tragfähiges Geschäftsmodell entwickeln, die Finanzierung sichern: Die fünf Wachstumsregeln von Bestseller-Autor Doug Tatum.

Aktualisiert am 30. Oktober 2026, 16:05 Uhr , von Wiebke Harms, Wirtschaftsredakteurin

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Wachstumsprobleme
© Hammad Khan / iStock / Getty Images Plus

5M: das Wichtigste in Kürze

Die 5M von Doug Tatum sind fünf Aufgaben, die Unternehmen in der Wachstumsphase zwischen etwa 20 und 100 Mitarbeitenden lösen müssen:

  • Market: den Markt zuverlässig bedienen

  • Management: erfahrene Führungskräfte ins Team holen

  • Model: ein Geschäftsmodell, das auch mit marktüblichen Gehältern trägt

  • Money: die Finanzierung sichern

  • Momentum: den Gründungsschwung aufs Team übertragen

Tatum nennt diese Phase „No Man’s Land“: Das Unternehmen ist zu groß, um klein zu sein, und zu klein, um groß zu sein.

Wenn dein Unternehmen wächst, entstehen Engpässe nicht mehr nur im Vertrieb oder beim Produkt, sondern in Führung, Finanzierung und Strukturen. Jede wichtige Entscheidung landet bei dir, und trotzdem hast du das Gefühl, die Kontrolle zu verlieren. Genau diese Phase beschreibt Doug Tatum mit seinem 5M-Modell.

Was ist das „Niemandsland“ im Unternehmenswachstum?

Ab etwa 20 Mitarbeitenden tauchen Probleme auf, die es vorher nicht gab. Wachsende Unternehmen stehen ab einer Größe von 20 bis 100 Mitarbeitenden vor bis zu dem Punkt unbekannten Problemen. Mehr Kunden wollen bedient werden, mehr Mitarbeitende brauchen Führung und Orientierung, mehr Geld muss eingesammelt werden, um das Wachstum zu finanzieren. Diese Herausforderungen benötigen professionelle Strukturen.

Doch wo beginnen, wenn es überall klemmt? Der amerikanische Autor Doug Tatum arbeitet in seinem Buch „No Man’s Land“ fünf elementare Aufgaben heraus, die Unternehmerinnen und Unternehmer anpacken sollten und bringt sie im Englischen auf die Kurzformel der „5M“: „Market“ (Markt), „Management“ (Führungsteam), „Model“ (Geschäftsmodell), „Money“ (Finanzierung), „Momentum“ (Schwung).

1. Market: Wie bedienst du den Markt, ohne selbst der Engpass zu sein?

Ein Produkt skaliert. Doch dann beginnen die Probleme: Die Firma kann Versprechen gegenüber Kunden nicht mehr einhalten. Qualitätsprobleme treten auf. Wettbewerbsvorteile schwinden. Das Unternehmen hat seine Marktausrichtung verloren. In dieser Phase neigen Unternehmer dazu, den Ausweg in Innovationen zu suchen. Sie entwickeln neue Produkte, um den Ansprüchen wieder gerecht zu werden – und übersehen, dass sie selbst der Engpass sind. Denn sie können nicht mehr überall mitreden. Die ganze Firma muss in dem gut werden, worin die Person an der Spitze brilliert. Dafür muss ein Unternehmen sein Nutzenversprechen ergründen und die geeigneten Prozesse aufsetzen, um es zu erfüllen – ohne dass der Gründer oder die Gründerin überall beteiligt ist.

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2. Management: Wann brauchst du Führungskräfte von außen?

Unternehmer haben zu diesem Zeitpunkt schon einen festen Kreis aus Vertrauten im Unternehmen. Doch die loyalen ­Mitstreiter haben nicht die Erfahrungen, die das Unternehmen braucht. Damit die Professionalisierung gelingt, braucht die Firma Expertise von außen – und zwar im Kreis der Top-Führungskräfte. Dafür muss man sich von lang­jährigen Weggefährten trennen. Es gilt, Rollen zu klären, Kompetenzen zu prüfen und gegebenenfalls das Führungskräfte-Team von extern zu erweitern.

3. Model: Trägt dein Geschäftsmodell auch mit marktüblichen Gehältern?

Die meisten jungen Unternehmen gründen ihren Erfolg auf einer Kombination aus niedrigen ­Löhnen, hoher Motivation und langen Arbeitstagen. Doch sie werden an die Schwelle stoßen, ab der sie marktfähige Gehälter zahlen müssen und an denen sie auch mit einem „normalen“ Team Erfolg haben können. Um bewerten zu können, ob das Geschäftsmodell der Firma zu Größerem taugt, müssen zuverlässige ­Prognosen über die Netto-­Erträge der Firma her.

4. Money: Wie überzeugst du Banken und Investoren in der Wachstumsphase?

Die nötigen finanziellen Mittel können Unternehmen nur einwerben, wenn sie das Risiko für Banken, Investoren oder Private Equity reduzieren – die vor­herigen Punkte sind dafür die wichtigste Voraussetzung: ein tragfähiges Geschäftsmodell, ­geeignetes Spitzenpersonal, ein zuverlässiges Controlling. Besonders in dieser Phase muss die Liquidität überwacht werden, um die Zeit zu überbrücken, bis sich eine Investition auszahlt.

5. Momentum: Wie hältst du den Gründungsschwung im Team?

Unternehmerinnen und Unternehmer sollten versuchen, für frühe Erfolge zu sorgen, um das Team zu motivieren. In der Anfangsphase trägt der Optimismus der Gründerin oder des Gründers die Firma. Diesen Elan gilt es, im Unternehmen zu institutionalisieren. Transparenz motiviert auch. Das Team muss verstehen, warum es sich reinkniet. Manchmal, so Tatum, müsse man die Firma zudem aufrütteln. Zum Beispiel mit einer herausfordernden Deadline oder einem Projekt, für das neue Lösungen gefunden werden müssen.

Häufige Fragen zu Wachstumsproblemen und den 5M

Ab wie vielen Mitarbeitenden beginnen typische Wachstumsprobleme?

Laut Doug Tatum stecken Unternehmen typischerweise mit 20 bis 100 Mitarbeitenden im „Niemandsland“. In dieser Phase reichen die Strukturen aus der Gründungszeit nicht mehr aus, professionelle Strukturen fehlen aber noch.

Was bedeuten die 5M von Doug Tatum?

Die 5M stehen für Market (Markt), Management (Führungsteam), Model (Geschäftsmodell), Money (Finanzierung) und Momentum (Schwung). Es sind die fünf Aufgaben, die wachsende Unternehmen lösen müssen, um die Professionalisierung zu schaffen.

Warum wird die Chefin oder der Chef in der Wachstumsphase zum Engpass?

Weil das Unternehmen zu groß geworden ist, als dass eine Person noch überall mitreden kann. Die Lösung liegt nicht in neuen Produkten, sondern in klaren Prozessen, die das Nutzenversprechen auch ohne die Person an der Spitze erfüllen.

In welcher Reihenfolge solltest du die 5M angehen?

Klar ist: Market, Management und Model sind die Voraussetzung für Money. Banken und Investoren geben erst dann Geld, wenn Geschäftsmodell, Führungsteam und Controlling überzeugen.

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