Faule Mitarbeiter
Diese 8 Faulenzer-Typen bremsen jedes Team aus

Sie kommen spät und gehen früh, tun beschäftigt und schieben anderen ihre Arbeit zu – faule Kollegen sorgen für Frust. Wie du Faulenzer-Typen erkennst und sie motivierst.

Aktualisiert am 24. August 2026, 10:07 Uhr, von Lisa Büntemeyer, leitende Redakteurin und Chefin vom Dienst Digital

Ein Mann in Business-Kleidung schläft auf einer Couch mit seinem Notebook neben sich.
Immer schön langsam? Faule Mitarbeiter sind entspannt, aber unproduktiv – und schlecht fürs Team.
© Bambu Productions / Digital Vision / Getty Images

Das Wichtigste in Kürze

  • Ein Leadership-Experte hat acht Kategorien entwickelt, in die man faule Kolleginnen und Kollegen einordnen kann.
  • Faule Beschäftigte sind schlecht für die Teamdynamik, manches Verhalten kann aber auch zuträglich sein. Ein fauler, jedoch kommunikativer Kollege kann das Team zusammenschweißen.
  • In vielen Fällen hilft das Vieraugengespräch. Falls jemand wirklich nichts arbeitet, kann eine Abmahnung oder Kündigung notwendig sein.

Faule Kollegen: Diese Typen gibt es

Fehlendes Engagement, geringe Arbeitsmoral, unkollegiales Verhalten – in vielen Unternehmen gibt es faule Mitarbeiter, die sich durchmogeln und möglichst wenig tun. Das kann die Stimmung im Team vergiften.

Woran erkennt man Faulenzer? Leadership-Experte Michael Busch forscht zu Teammanagement und hat acht Faulenzer-Typen identifiziert – und liefert Lösungen.

1. Was hilft, wenn Beschäftigte ständig zu spät kommen?

Der erste Faulenzer-Typ ist der Zuspätkommer und Zufrühgeher. „Dieser Typ hält es nicht so genau mit den Arbeitszeiten und ist der Bummler im Alltag“, sagt Michael Busch.

Das hilft beim Zuspätkommer und Zufrühgeher:
Diesen Typ zu motivieren, sei in der Regel einfach, sagt Busch: „Chefs sollten das Gespräch suchen und an sein Verantwortungsbewusstsein appellieren; ihm sagen, dass er pünktlich kommen soll.“

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2. Was, wenn ein Kollege zu viel quasselt?

Der joviale Müßiggänger ist ein Kumpeltyp, eine Plaudernatur. „Er kann wichtig für das Team sein, er schweißt es zusammen“, sagt Busch. „Aber man muss darauf achten, dass er neben seinem Mitteilungsdrang auch zum Arbeiten kommt.“ Das Problem: Nicht nur er arbeitet weniger, er lenkt auch die Kolleginnen und Kollegen ab.

Das hilft beim jovialen Müßiggänger
Chefs sollten das Gespräch unter vier Augen suchen und darum bitten, den Mitteilungsdrang einzudämmen.

3. Wie gehe ich mit Simulanten um?

„Der Simulant tut so, als ob er arbeitet“, sagt Busch. Er möchte Produktivität vortäuschen. Auf seinem Schreibtisch türmen sich Akten, die er aber nicht abarbeitet, sondern nur umsortiert. Er trägt ständig ein Headset, um beschäftigt zu wirken, oder hängt ein „Bitte nicht stören“-Schild an seine Bürotür.

Für Unternehmerinnen und Unternehmer ist er schwierig zu enttarnen, direkte Kollegen wüssten hingegen fast immer Bescheid.

Das hilft bei Simulanten
Unternehmerinnen und Unternehmer können gemeinsam mit dem Mitarbeiter die Aufgaben durchgehen und Unnötiges aussortieren. Täuscht der Simulant aber weiter vor, viel zu arbeiten, bleibt nur noch eine Abmahnung oder eine verhaltensbedingte Kündigung.

4. Was hilft, wenn jemand zu langsam arbeitet?

Busch spricht vom phlegmatischen Bremser: Er könnte mehr arbeiten, will aber nicht. Er bremst das Team aus. „Das kann passieren, wenn ein junger Kollege in ein Team mit älteren kommt, die schon lange im Betrieb arbeiten und über die Zeit ein eigenes Arbeitstempo entwickelt haben“, sagt Busch. Die Älteren bremsen dann den ehrgeizigen Neuling aus.

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Das hilft beim phlegmatischen Bremser
„Bei Bremsern ist eine Möglichkeit, Zeitprotokolle durchzuführen“, sagt Busch. Das sei zwar anstrengend, weil Mitarbeiter jede noch so kleine Aufgabe zeitlich erfassen müssen. Ein Zeitprotokoll könne aber aufzeigen, wo der Mitarbeiter besonders bummelt.

Auch hilfreich: Schon bevor Chefs Teams zusammenstellen, sollten sie darauf achten, dass die Mitarbeiter sich nicht allzu gut kennen. Dann treffen keine eingespielten Bremser-Kollegen aufeinander.

5. Was, wenn jemand andere manipuliert?

Der Schnorrer nutzt die Gutmütigkeit seiner Kollegen aus. Busch: „Er kann sich gut einschmeicheln oder jammern, hat Ausreden und lässt andere für sich arbeiten. Er manipuliert seine Kollegen.“ Das kann dazu führen, dass Kollegen sich überarbeiten oder nicht zu ihren eigentlichen Aufgaben kommen – weil sie gerne helfen wollen.

Das hilft beim Schnorrer
Chefinnen und Chefs sollten das Gespräch suchen und klarmachen, dass das Verhalten das Team belastet. Helfen kann auch, konkrete Aufgaben zuzuweisen und Zuständigkeiten im Team klar und gerecht aufzuteilen. Ermuntere das Team außerdem, öfter Nein zu sagen.

6. Was hilft, wenn jemand Ideen klaut?

Der blendende Abstauber präsentiert eine grandiose Idee – die aber ursprünglich ein Kollege entwickelt hat. „Er kann sich gut verkaufen, trickst andere aus“, sagt Busch. Solche Mitarbeiter belasten die Stimmung im Betrieb extrem und können ein Team zerstören.

Ein prominentes Beispiel ist der ehemalige Apple-Chef Steve Jobs. Über ihn sagt man, er habe Ideen von Mitarbeitern niedergemacht und diese dann später als seine eigenen verkauft.

Das hilft beim blendenden Abstauber
Meldet dir ein Mitarbeiter, dass ein Kollege seine Ideen geklaut habe, brauchst du einen Beweis – es sei denn, diverse Mitarbeiter berichten von diesem Verhalten.

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Chefs können dem beklauten Kollegen empfehlen, Ideen künftig per E-Mail zu verschicken, im Zweifel an das ganze Team, aber mindestens an ihren Teamleiter oder Chef in Blindkopie (bcc). So erfährt der Abstauber nicht, dass auch andere von der Idee wissen. Verkauft er die Idee als seine, können Sie ihn überführen. Allerdings sei hier schon das verloren gegangen, was jedes gute Team ausmacht: Vertrauen.

7. Wie umgehen mit Alphatieren?

„In Teams bildet sich fast immer eine Alphaposition heraus“, sagt Busch. Ein dominanter, charismatischer oder erfahrener Charakter, zu dem Kolleginnen und Kollegen aufschauen. Klingt erstmal nicht falsch, aber: Das Alphatier ist eine Mischung aus Schnorrer und Abstauber. „Er ist ein Machtmensch und erwartet beinahe, dass die anderen mehr arbeiten und er weniger“, sagt Busch. Ein echter Teamplayer sei das Alphatier deshalb nicht.

Das hilft beim Alphatier
Sind unter den Mitarbeitern gleich mehrere Alphatiere, sollten sie nicht im gleichen Team arbeiten – sie schieben sich sonst gegenseitig die Arbeit hin und her. „Und irgendwer muss die Arbeit ja erledigen“, sagt Busch. Führungskräfte sollten den Mitarbeiter auffordern, sich besser ins Team zu integrieren, statt alle rumzukommandieren.

 

8. Was hilft bei Psychopathen?

Der böswillige Blutsauger ist der Psychopath unter den faulen Kollegen. Busch: „Er sieht, wo andere ihre Schwächen haben, und nutzt sie aus.“ Ein Beispiel: Ein Mitarbeiter beichtet seinem Kollegen bei einem Feierabendbier, dass er lieber in einem anderen Unternehmen arbeiten würde. Dieses Wissen nutzt der böswillige Blutsauger aus und droht ihm, sein Wissen mit dem Chef zu teilen – es sei denn, der Kollege übernimmt Sonderschichten für ihn.

Ein böswilliger Blutsauger ist laut Busch schwer zu enttarnen, weil er gut schauspielern kann, lügt und manipuliert. Böswillige Blutsauger können durchaus erfolgreich sein und in einem Unternehmen weit aufsteigen, ihr Verhalten falle oft erst nach langer Zeit auf. Zum Glück ist diese Sorte fauler Mitarbeiter eher die Ausnahme.

Das hilft beim böswilligen Blutsauger
Bei diesem Typ fauler Mitarbeiter hilft auch kein gutes Zureden mehr: „Er hat in einem Unternehmen nichts zu suchen“, sagt Busch.

Wie kann man faule Mitarbeiter motivieren?

Oft sind schlechte Arbeitsbedingungen, mangelnde Wertschätzung oder unzureichende Führung der Grund, dass Mitarbeiter in negative Verhaltensmuster verfallen. Ein klares, wertschätzendes Feedback und gezielte Maßnahmen zur Mitarbeitermotivation können helfen, solche Probleme zu lösen. „Am Ende sollte jede gute Arbeitsbeziehung und jedes Team durch Vertrauen und nicht durch gegenseitiges Misstrauen geprägt sein“, sagt Busch. 

Führungskräfte müssten sich klarmachen: Die eigenen Mitarbeitenden kann man nicht kontrollieren, aber beeinflussen. Mit dem Modell Circle of Influence kann man erkennen, wo die eigenen Handlungsmöglichkeiten liegen.

Das Phänomen, dass sich einzelne faule Kollegen hinter dem Team verstecken, nennt man Ringelmann-Effekt. Um dem entgegenzuwirken, sollten Chefs und Chefinnen die Teams eher klein halten. Der Grund: Je kleiner ein Team ist, desto schneller fällt auf, wenn ein Kollege faulenzt.

Der Experte

Dr. Michael W. Busch ist Dozent am Institut für Management und Leadership Development an der Fachhochschule Wiener Neustadt. Zusammen mit seinem Kollegen Dietrich von der Oelsnitz hat er in Gesprächen mit Unternehmern acht Typen fauler Mitarbeiter ausgemacht. Dazu haben sie das Buch „Team. Toll, ein anderer macht's“ veröffentlicht.

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