Junge Akademiker einstellen Was Unternehmer an Hochschulabsolventen nervt

Qualifiziert, aber ganz schön arrogant - so kommen vielen Unternehmen Bewerber vor, die gerade mit der Uni fertig sind.

Qualifiziert, aber ganz schön arrogant - so kommen vielen Unternehmen Bewerber vor, die gerade mit der Uni fertig sind.© LoloStock - Fotolia.com

Jung, qualifiziert und motiviert - klingt nach dem perfekten Bewerber. Und trotzdem sind Unternehmen von vielen jungen Akademikern genervt. Eine aktuelle Studie zeigt warum.

Bewerbungen zu erhalten, ist für Unternehmen ein positives Zeichen: Menschen interessieren sich für den eigenen Betrieb, die Produkte, die Firmenkultur. Gleichzeitig sind viele Unternehmen auf der Suche nach qualifizierten Fachkräften.

Doch manchmal ist die Personalsuche gar nicht so einfach. Denn selbst wenn sich junge Uniabsolventen bewerben, bei denen Qualifikationen und Lebenslauf stimmen, gruseln sich manche Arbeitgeber, wenn sie die Kandidaten im Vorstellungsgespräch dann tatsächlich vor sich sitzen haben. Die Erkenntnis: Er (oder sie) mag kompetent sein – aber er passt nicht zu uns.

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Das Onlinestellenportal Jobware hat in Kooperation mit der Universität Koblenz 84 deutsche Unternehmen befragt. Klares Ergebnis der „Hochschul-Recruiting-Studie 2016“: Viele Arbeitgeber stört das fordernde und unbescheidene Auftreten der Hochschulabsolventen im Vorstellungsgespräch.

Was Unternehmer am häufigsten stört

Uni-Absolventen haben große Erwartungen – und genau diese „unrealistischen Karriereerwartungen“ stören die Unternehmer am meisten. 39 Prozent der Befragten kritisieren, dass sich die Bewerber eine „Turbo-Karriere“ im Betrieb erhoffen. Die meisten von ihnen erhalten sofort eine Absage.

Sehr ärgerlich sei auch, wenn den Bewerbern „Kenntnisse vom Unternehmen fehlen“. Insgesamt 38 Prozent der Unternehmer bemängeln dies und schlussfolgern daraus, dass kein ernsthaftes Interesse an der Stelle besteht. Das Ergebnis: Der Bewerber wird abgelehnt.

Schlechte Chancen haben auch Bewerber mit „unrealistischen Gehaltsforderungen“. 37 Prozent der Hochschulabsolventen fordern laut der Studie zu viel Geld. Realistisch wären vielmehr diese Beträge: Bachelor-Absolventen erhalten im Schnitt zwischen 38.000 und 42.999 Euro im ersten Jahr. Die meisten Master-Absolventen und Doktoren verdienen zum Karrierestart zwischen 43.000 und 47.999 Euro.

Worauf Unternehmen Wert legen

Die Verfasser der Studie richten ein klares Wort an die Bewerber: „Hochschulabsolventen sollten lieber bescheidener auftreten und ihre Ansprüche hinterfragen“.

Viel lieber als Bewerber, die zu hoch pokern und dabei wenig Hintergrundwissen haben, sind Unternehmen Kandidaten, die den Betrieb schon kennen. 92 Prozent geben an, dass es ihnen wichtig ist, dass der Bewerber bereits als Praktikant oder Werkstudent einen guten Eindruck gemacht hat.

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