Recht + Steuern Trotz Pension Gehalt beziehen

Pension und Gehalt gleichzeitig beziehen - Steuern sparen  durch Beratervertrag

Pension und Gehalt gleichzeitig beziehen - Steuern sparen durch Beratervertrag© Isabell Klett

Pension und Gehalt: Viele GmbH-Chefs wollen auch als Rentner weiter für ihre Firma arbeiten. Eine gute Idee - wenn sie sich von ihren alten Verträgen lösen.

Es ist üblich, dass sich GmbH-Chefs eine Betriebsrente zusagen lassen. Wenn die geschäftsführenden Gesellschafter dann das Pensionsalter erreichen, machen viele gleichwohl weiter, weil ihre Kompetenz und Erfahrung gefragt bleibt. Kein Problem, entschied unlängst der Bundesfinanzhof (BFH, Az.: I R 60/12). Allerdings drohen dann zusätzliche Steuerlasten.

Wer sie vermeiden will, arbeitet nicht als angestellter Geschäftsführer weiter, sondern etwa als freiberuflicher Berater der eigenen Firma. Typischerweise mit geringerer Arbeitsbelastung und entsprechend weniger Geld. Dazu braucht es einen Beratervertrag mit marktüblichen Konditionen. Darin sollten die neuen Aufgaben detailliert beschrieben sein (etwa in Marketing und Vertrieb, Forschung und Entwicklung); es versteht sich, dass die Geschäftsführung als solche nicht dazugehören kann. Dafür bekommt der GmbH-Unternehmer neben der Pension ein gutes Honorar und versteuert beides ganz normal.

Anders sieht die Sache aus, wenn er das bisherige Dienstverhältnis einfach fortsetzt, also Gehalt und Betriebsrente zugleich bezieht. Hier liegt aus Sicht der BFH-Richter eine „verdeckte Gewinnausschüttung“ vor. Denn üblicherweise würde kein Unternehmen derartige Doppelzahlungen gewähren.

Teure Konsequenz: Die Firma kann das Gehalt nicht mehr als Betriebsausgabe absetzen, und der GmbH-Chef muss es als Gewinnanteil versteuern – selbst dann, wenn Arbeitszeit und Gehalt reduziert sind. Wer in gutem Glauben bereits Gehalt und Pension bezieht, kann den Steuerschaden noch begrenzen: ursprüngliches Dienstverhältnis förmlich beenden und einen ordentlichen Beratervertrag schließen.

 
Vorteilsrechnung

Ein Gesellschafter-Geschäftsführer einer GmbH bekommt 60.000 Euro Betriebsrente. Bleibt er nach Erreichen der Altersgrenze Geschäftsführer, darf die Firma sein Gehalt von 120.000 Euro nicht mehr absetzen. Es gilt als Gewinnanteil und kostet den Gesellschafter 25 Prozent Abgeltungssteuer. Wird er dagegen Berater, kann die Firma das Honorar von 120.000 Euro wieder abziehen. Die Rechnung zeigt, welche Variante günstiger ist (den Aufwand für die Betriebsrente hat die Firma bereits früher als Pensionsrückstellung verbucht.)

 

Variante Geschäftsführer
Gewinnanteil 120.000 Euro
Davon Steuer (25%) 30.000 Euro
Betriebsrente 60.000 Euro
Davon Steuer (z.B. 45%) 27.000 Euro
Steuer gesamt 57.000 Euro
Variante Berater
Honorar 120.000 Euro
Plus Betriebsrente 60.000 Euro
Zu versteuern 180.000 Euro
Davon Steuer (z.B. 45%) 81.000 Euro
Minus Steuerersparnis GmbH (30 % von 120.000*) 36.000 Euro
Steuer gesamt 45.000 Euro
Steuern gespart pro Jahr ** 12.000 Euro

* Ersparnis Körperschaft- und Gewerbesteuer durch absetzbares Honorar
** ohne Solizuschlag
 

Holtrup1Sabine Holtrup ist Steuerberaterin in der Kanzlei HLB Dr. Stückmann und Partner, Bielefeld.
 
 

 

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