E-Recruiting So finden Sie online gute Mitarbeiter

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Gute Mitarbeiter finden Unternehmen nicht mehr in der Lokalzeitung. Fast alle Bewerber suchen im Internet nach Stellen.

Gute Mitarbeiter finden Unternehmen nicht mehr in der Lokalzeitung. Fast alle Bewerber suchen im Internet nach Stellen.© WaD/Fotolia.com

Eine Anzeige in der Zeitung reicht nicht mehr, um gute Mitarbeiter zu finden - E-Recruiting heißt das Zauberwort. Wie kleinen Unternehmen die Personalsuche im Netz gelingt.

Die wichtigsten Portale fürs E-Recruiting

Die Zahl der Onlinestellenbörsen ist groß. Die größte in Deutschland ist die Plattform der Agentur für Arbeit, die Profile von Jobsuchenden ­anonym veröffentlicht. Zu den großen kommerziellen Jobportalen gehören Monster, Stepstone und Jobscout24. Hier werden täglich hunderte Anzeigen veröffentlicht.

Nur mit Zusatzpaketen wie farblichen Markierungen oder Logo-Einbindungen fallen Mittelständler neben Konzernen auf. Daneben gibt es spezialisierte Web­seiten, etwa Experteer für die ­Suche nach Führungskräften, oder Absolventa für Studenten und Berufseinsteiger.

Anzeige

Einige Jobportale sind spezialisiert auf die Suche nach Fachkräften in bestimmten Branchen, zum Beispiel Salesjob (für Vertriebler) oder Ingenieur-Karriere. Regionale Portale sind häufig an Verlage gekoppelt und mit Anzeigen in Lokalzeitungen verbunden.

Passen die Plattformen zum gesuchten Stellenprofil?

Unternehmer sollten sich genau informieren, an welche Zielgruppe sich die Stellenbörse richtet. Einige verkaufen Pakete, in denen die Anzeige gleichzeitig auf mehreren E-Recruiting-Plattformen veröffentlicht wird. Auch hier sollte geprüft werden, ob alle enthaltenen Webseiten zum gesuchten Stellenprofil passen. Der Preis wird unterschiedlich berechnet: pauschal für das Veröffentlichen einer Anzeige, pro Klick auf die Anzeige oder je nach Dauer der Veröffentlichung. Einige Anbieter verlangen auch eine Gebühr für jede Bewerbung, die eingeht.

Achtung: Nicht bei allen Modellen ist vorher klar, wie teuer die Suche tatsächlich wird. Die Preise liegen ab 800 Euro aufwärts, je nachdem, ob die Anzeige hervor­gehoben werden soll. In vielen Fällen lohnt sich das, damit die Annonce beachtet wird.

E-Recruiting für den Mittelstand

In Börsen, die sich auf Jobs in mittelständischen Firmen spezialisiert haben, finden sich vor allem ­größere Familienunternehmen. Der Anbieter Yourfirm (ab 640 Euro) schließt Konzerne und Zeitarbeits­firmen nach eigenen Angaben aus. Crossconnect (0,75 Euro pro Klick und Stellenanzeige) richtet sich an Schüler, Studenten und Absolventen.

Einige Anbieter kooperieren mit anderen Stellenportalen, die Arbeitgeber können oft aussuchen, wo ihre Anzeige noch veröffentlicht werden soll, etwa bei Mittelstandskarriere (Preis je nach ausgewählten Portalen). Gezahlt wird ein Paketpreis. Nahezu alle Portale bieten auch eine Arbeitgebersuche an. Unternehmen können sich auf eigenen Profilseiten mit Texten, Bildern und teils mit Videos präsentieren.

Firmenprofile in sozialen Netzwerken

Unternehmen sollten Jobs auch auf der eigenen Webseite und in sozialen Netzwerken ausschreiben. Bei Xing und LinkedIn können Unternehmen freie Stellen auf ihre Seite stellen, aktiv nach Arbeitsuchenden Ausschau halten und sie ansprechen. Für zusätz­liche Funktionen, um etwa Bewerber auf Jobsuche herausfiltern zu können, fallen teils Kosten an. Der Talentmanager bei Xing zum Beispiel kostet Firmen knapp 4000 Euro pro Jahr, ein reines Arbeitgeberprofil 400 Euro pro Monat (bis 199 Mitarbeiter).

Bewertungsportale im Internet

Viele Bewerber lesen auf Bewertungsseiten im Internet wie Kununu, Glassdoor und Jobvoting nach, was ehemalige Mitarbeiter und andere Bewerber über Firmen oder Bewerbungsprozess schreiben. Unternehmer sollten diese Portale regelmäßig im Blick haben und auf Kommentare reagie­ren. Es lässt sich auch ein Profil anlegen, welches mit den Bewer­tungen und Erfahrungsberichten verknüpft werden kann. Dafür fallen zusätzliche Kosten an, je nach Plattform ab etwa 400 Euro pro Monat.

Matching für Arbeitgeber und Bewerber

Das Start-up Talents Connect aus Köln bringt Bewerber und Arbeitgeber mit einem Matching zusammen, das dem einer Onlinepartnerbörse ähnelt. Unternehmer füllen einen Fragebogen aus, etwa Arbeitsumfeld und Tätigkeit, das Portal schlägt dann Bewerber aus der Datenbank vor, die auf das Suchprofil passen. Experten gehen davon aus, dass sich Matching weiter verbreitet.

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2 Kommentare
  • Roswitha Gronemann 5. Oktober 2015 10:14

    Für KMU’s empfehle ich vor allem auch regionale Jobbörsen. Auch die Recruter-Plattform Softgarden mit kostenlosen als auch kostenpflichtigen Stellenanzeigenschaltungen ist empfehlenswert. Hier lässt sich der gesamte Bewerbungsprozess abbilden, für relativ kleines Geld.

  • Sebastian 3. Oktober 2015 19:16

    Interessanter und lesenswerter Artikel. Hinsichtlich der steigenden Relevanz von mobilen Recruitingkanälen (ca. 70% der jungen Jobsuchenden nutzen dazu ihr Smartphone) vermisse ich diese Rubrik. Ein Unternehmen, dass insbesondere den Mittelstand bei diesem Thema unterstützt ist Talentcube. Ihre Meinung dazu würde mich sehr interessieren.

    Wünsche ein schönes Wochenende

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