Mittagstief überwinden Wie Sie das Mittagstief mit einer einfachen Strategie austricksen

Völlig platt: Vom Mittagstief kann man ganz schön umgehauen werden. Es sei denn, man kennt den Trick von Jory MacKay. Damit kann man das Tief nach der Pause nicht nur überwinden, sondern es von  vornherein vermeiden.

Völlig platt: Vom Mittagstief kann man ganz schön umgehauen werden. Es sei denn, man kennt den Trick von Jory MacKay. Damit kann man das Tief nach der Pause nicht nur überwinden, sondern es von vornherein vermeiden. © kallejipp / photocase.de

Müde nach der Mittagspause und nicht in der Lage, sich auf die kommenden Aufgaben zu konzentrieren? Der Berater Jory MacKay hat eine Idee, wie Sie den mittäglichen Durchhänger vermeiden.

Noch schnell eine E-Mail an einen wichtigen Kunden schreiben oder die letzten Notizen für eine Präsentation fertigstellen und dann nach der Mittagspause wieder voll durchstarten: Das ist zwar eine schöne Vorstellung, aber oft kommt einem dabei das Mittagstief in die Quere. Der Grund dafür ist ganz einfach: Durch unseren Biorhythmus, der die Schlaf- und Wachphasen bestimmt, sind die meisten Menschen am Vormittag schlichtweg produktiver als am Nachmittag. Nach der Mittagspause sind viele müde und brauchen erst einmal einige Zeit, um sich wieder auf die Arbeit fokussieren zu können.

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Eine Pause zur richtigen Zeit

Dabei gibt es einen einfachen Trick, dem Mittagstief zu entkommen: Statt erst in die Pause zu gehen, wenn man eine Aufgabe abgeschlossen hat, schlägt der amerikanische Berater und Autor Jory MacKay in seinem Blogbeitrag für Fast Company vor, schon vorher eine Pause einzulegen. Nämlich dann, wenn man genau weiß, was die nächsten Arbeitsschritte sind. So hat man eine klare Vorstellung davon, was nach der Mittagspause getan werden muss, und geht nach der Unterbrechung motivierter, aber auch gleichzeitig zielorientierter wieder an die Arbeit.

Hemingways Tipp: „Stop while you’re ahead.“

Die Inspiration für diese Idee lieferte MacKay der US-amerikanische Schriftsteller Ernest Hemingway, dessen Werke zu den Klassikern des 20. Jahrhunderts zählen. Zu seinen Schreibgewohnheiten befragt, erklärte Hemingway: „Stop while you’re ahead.“ Übersetzen lässt sich das in etwa mit: „Hör zum richtigen Zeitpunkt auf“. Der richtige Zeitpunkt war für Hemingway der Augenblick, in dem er zwar wusste, dass er noch mehr schreiben könnte, aber trotzdem aufhörte – um nach einer Pause oder am nächsten Tag direkt weitermachen zu können.

Der Zeigarnik-Effekt

Der sogenannte „Zeigarnik-Effekt“, benannt nach seiner Entdeckerin, der Psychologin Bljuma Wulfowna Zeigarnik,  unterstützt MacKays und Hemingways Idee: Er besagt, dass Menschen sich besser an unvollendete und unterbrochene Aufgaben erinnern können als an bereits abgeschlossene. Da das Gehirn danach strebt, Aufgaben abzuschließen, sind viele nach einer Pause motivierter, eine Angelegenheit zu Ende zu bringen. Allerdings ist der Zeigarnik-Effekt nicht einwandfrei belegt und gilt daher in der Wissenschaft als unzuverlässiges Phänomen.

Aber ob wissenschaftlich belegt oder nicht: Manchmal ist es eben gut, Dinge für einen Moment zu unterbrechen und beiseite zu legen – allein schon um einen klaren Kopf zu behalten.

Weitere Tipps, wie Sie Ihre Leistungskurve steigern können, lesen Sie in unserem Artikel: „Wie Sie mehr aus Ihrem Tag herausholen“. Auch ein Power-Nap kann neue Energie bringen.

2 Kommentare
  • Nicolas 22. Februar 2018 19:42

    Aus meiner Erfahrung gibt es sowohl den Zeigarnik-Effekt, als auch das Zeigarnik-Loch.

    Ersteren erlebe ich üblicherweise bei knackigen Problemstellungen bzw. bei hochkomplizierten Aufgaben. In diesen Fällen habe ich schon Tage oder Stunden mit der Thematik verbracht. Daher lassen hier die Synapsen auch keine Ruhe, bevor die Lösung nicht erreicht wurde. Wichtig wird das für meine Work Life Balance: vor dem Feierabend (bei Stundendimensionen) und vor dem Wochenende (bei Tagesdimensionen) muss die Lösung her – zur Not eine „Zwischenplattformlösung“, von der aus der nächste Teilschritt angegangen wird (agile Prinzip). Ansonsten verfolgt einen das Thema in den Feierabend hinein.

    Was jedoch das Zeigarnik-Prinzip in meinen Augen als allgemeingültige Strategie disqualifiziert, ist das völlige Vergessen der kleinen oder mittelgroßen, oder aber auch nervtötend langweiligen Pflichtaufgaben, sobald Diese unterbrochen werden: sind genügend andere (interessantere oder neu eingehende dringlichere) Aufgaben nach der Pause vorhanden, wird die vormals unterbrochene Aufgabe einfach niemals wieder ins Bewusstsein kommen.
    Am Ende steht man mit einem Chaos an angefangenen Aufgaben da, von denen man den genauen Fortschrittsstatus erst mühsam wieder eruieren muss – mit einem Zeitaufwand, mit dem man sie ursprünglich gleich erledigen hätte können.

  • Kersten John 19. Februar 2018 15:44

    Nun, statt mich mit theoretischen „Zeigarniks“ zu beschäftigen, mache ich lieber meine Arbeit. Wenn Mitarbeiter immer Aufgaben unvollendet lassen, hat die beste Erinnerung daran wenig Nutzen. Aber es ist immer wieder schön zu sehen, wie einige Theoretiker tolle Ratschläge vermarkten…
    Und Herr Hemingway hatte sicher die Schriftstellerei im Sinn….da macht die Methode durchaus Sinn

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