Die häufigsten Kündigungsgründe 2019 Wie Sie Ihre Mitarbeiter aus der Firma vergraulen
Die häufigsten Kündigungsgründe 2019

Häufig sind dieselben Kündigungsgründe dafür verantwortlich, dass Arbeitgeber und Angestellter getrennte Wege gehen.© Marie Maerz /photocase.de

Ein Mitarbeiter will nicht länger in Ihrem Unternehmen arbeiten - und Sie fragen sich: Warum nur? Die Top 10 der Kündigungsgründe - und was Sie tun sollten, damit Ihnen Ihre Mitarbeiter treu bleiben.

Zu wenig Gehalt, nicht genug Lob – oder langweilige Aufgaben? Kündigt ein Mitarbeiter, können Chefs oft nur mutmaßen, woran es lag. Die Unternehmensberatung Compensation Partner hat gemeinsam mit dem Gehaltsportal gehalt.de 1092 Arbeitnehmer nach den Hauptgründen für ihre Kündigung gefragt – und nachgehakt, was Arbeitgeber tun können, damit Mitarbeiter ihnen treu bleiben. Jeder dritte Befragte hatte sogar bereits drei bis sechs Mal in seiner Karriere einen Job gekündigt.

Überforderung ist schädlich – Unterforderung auch

Dass Stress ungesund sind, ist bekannt – aber wussten Sie auch, dass er zu den Hauptgründen gehört, warum Mitarbeiter kündigen? Jeder dritte Arbeitnehmer verließ seinen Arbeitgeber wegen Überlastung: Knapp 13 Prozent der Befragten fühlten sich wegen zu vieler Überstunden überfordert, rund 20 Prozent litten unter Überlastung durch zu viel psychischen Druck.

Unterfordert wollen sich Arbeitnehmer aber auch nicht fühlen: Für knapp ein Fünftel der Befragten waren langweilige Aufgaben der Grund, die Kündigung einzureichen. (Mehr dazu hier: Bore-out – schädliche Unterforderung)

Was bedeutet das für Sie als Arbeitgeber?

Achten Sie auf Warnsignale, ob Ihre Mitarbeiter überarbeitet sind. Behalten Sie die Überstunden in Ihrem Team im Blick. Und vor allem: Sprechen Sie regelmäßig mit jedem einzelnen Mitarbeiter über sein Arbeitspensum und darüber, ob ihn etwas belastet.

„Nimm mich wahr!“: Wenn die Wertschätzung fehlt

Jeder Mensch hat ein Bedürfnis danach, wertgeschätzt zu werden. Ignorieren Arbeitgeber dies, kann schnell eine Kündigung ins Haus flattern: Für fast die Hälfte der Befragten war mangelnde Wertschätzung durch den Vorgesetzten bereits einmal der Hauptgrund, den Betrieb zu verlassen. Rund 40 Prozent der Befragten nannten außerdem zu niedriges Einkommen als Grund für eine Kündigung – wer sich unterbezahlt fühlt, hat ebenfalls schnell das Gefühl, dass seine Arbeit nicht wertgeschätzt werde.

Was bedeutet das für Sie als Arbeitgeber?

Mehr Geld, mehr Verantwortung im Betrieb oder schlicht ein „ Danke, das haben Sie toll hinbekommen!“: All das sind Möglichkeiten, um Ihren Angestellten zu zeigen, dass Sie ihre Leistungen würdigen. Wertschätzung ist aber noch weit mehr als das: „Es geht darum, die individuellen Fähigkeiten, Bedürfnisse und Leistungen der Mitarbeiter wahrzunehmen und zu versuchen, das Positive in ihnen zu entdecken und zu fördern“, wie Coach Melanie Kohl in einem Gastbeitrag für impulse schreibt.

Top 10 der Kündigungsgründe

  1. Zu wenig Wertschätzung durch den Chef (45,0 %)
  2. Zu niedriges Einkommen (40,5 %)
  3. Besseres Angebot von anderem Arbeitgeber (38,4 %)
  4. Keine Aufstiegsmöglichkeiten (32,5 %)
  5. Überlastung durch zu viel psychischen Druck (20,6 %)
  6. Unterforderung und Langeweile (19,4 %)
  7. Überlastung durch Überstunden (12,8 %)
  8. Familiäre Gründe (11,6 %)
  9. Dem Unternehmen droht die Pleite (11 %)
  10. Gesundheitliche Probleme (4,4 %)

Das hält Angestellte in Ihrer Firma

Ohne anderes Jobangebot würde nur rund ein Drittel der Befragten ihren jetzigen Arbeitgeber verlassen, heißt es in der Umfrage. Damit Mitarbeiter gar nicht erst mit dem Gedanken spielen, Ihre Firma zu verlassen, können Arbeitgeber Bleibe-Anreize geben:

  • Sorgen Sie für offenen Austausch: Sechs von zehn Mitarbeitern bindet eine aktive, ehrliche und offene Kommunikation an ihre Firma. Sorgen Sie etwa für Feedbackgespräche und dafür, dass sich Mitarbeiter in Meetings einbringen können.
  • Sprechen Sie über Beförderungen: In solchen Mitarbeitergesprächen können Sie dann auch die Aufstiegsmöglichkeiten besprechen – diese, so heißt es in der Studie, seien nämlich der zweitwichtigste Grund, warum Mitarbeiter bei einem Arbeitgeber bleiben.
  • Bieten Sie flexible Arbeitszeiten: Mal spontan zum Arzt oder das kranke Kind daheim betreuen zu können – das ist Mitarbeitern wichtig. Dadurch sind Angebote wie Gleitzeit für gut jeden Dritten Grund genug, einem Unternehmen treu zu bleiben.
  • Schaffen Sie ein attraktives Arbeitsumfeld: Auch der Spaß am Arbeitsplatz sollte nicht zu kurz kommen – allerdings ist er nicht das Wichtigste: Nur knapp 7 Prozent der Befragten wünschen sich einen Tischkicker oder einen Obstkorb im Büro.

Perfekt vorbereitet auf Mitarbeitergespräche

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4 Kommentare
  • Sabas 22. November 2019 09:59

    Ich finde die Ausführung hervorragend und sehr lehrreich. Eigentlich söllte sich jede Führungskraft diese häufigsten Kündigungsgründe vergegenwärtigen, wenn er seine Aufgabe ernst nimmt und sein Unternehmen liebt.

  • Ingo Ullrich 30. April 2019 22:04

    und…Mitarbeiter müssen in einer Firma „mit arbeiten“

  • dajoko 30. April 2019 09:45

    immer wieder interessante inhalte in ihrem newsletter. aber immer wieder auch grund zum ärgern: warum muss ich mich bei einem newsletter anmelden, damit ich die versprochene checkliste zum mitarbeitergespräch bekomme? und warum schreibt ihr: jetzt checkliste herunterladen, wenn ich dann im nächsten schritt erstmal eine newsletteranmeldung hinter mich bringen muss? mir kommt das nicht ganz seriös vor. mir fällt da ganz spontan ein: nepper, schlepper, bauernfänger. und so wollen sie doch sicher nicht rüberkommen, oder?

    • Angelika Unger 2. Mai 2019 08:35

      Hallo dajako, danke für Ihr Feedback.

      Die Checkliste für Mitarbeitergespräche ist unser Begrüßungsgeschenk, wenn Sie sich für unseren kostenlosen Newsletter „Erfolgreich führen“ anmelden.

      Herzliche Grüße vom impulse-Team

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